<html>
<head>
<meta http-equiv="content-type" content="text/html; charset=UTF-8">
</head>
<body>
<p>wer hätt's geahnt ;-)<br>
</p>
<div class="moz-forward-container"><br>
<br>
-------- Weitergeleitete Nachricht --------
<table class="moz-email-headers-table" cellspacing="0"
cellpadding="0" border="0">
<tbody>
<tr>
<th valign="BASELINE" nowrap="nowrap" align="RIGHT">Betreff:
</th>
<td>Re: Hambacher Forst: WDR löschte heiklen Beitrag über
Laschet</td>
</tr>
<tr>
<th valign="BASELINE" nowrap="nowrap" align="RIGHT">Datum: </th>
<td>Fri, 5 Feb 2021 16:25:33 +0100</td>
</tr>
<tr>
<th valign="BASELINE" nowrap="nowrap" align="RIGHT">Von: </th>
<td>Wiebke Witt via Kohlerunde_nrw
<a class="moz-txt-link-rfc2396E" href="mailto:kohlerunde_nrw@listi.jpberlin.de"><kohlerunde_nrw@listi.jpberlin.de></a></td>
</tr>
<tr>
<th valign="BASELINE" nowrap="nowrap" align="RIGHT">Antwort
an: </th>
<td><a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:kohlerunde_nrw@listi.jpberlin.de">kohlerunde_nrw@listi.jpberlin.de</a></td>
</tr>
<tr>
<th valign="BASELINE" nowrap="nowrap" align="RIGHT">An: </th>
<td><a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:kohlerunde@listi.jpberlin.de">kohlerunde@listi.jpberlin.de</a>,
<a class="moz-txt-link-abbreviated" href="mailto:Kohlerunde_nrw@listi.jpberlin.de">Kohlerunde_nrw@listi.jpberlin.de</a></td>
</tr>
<tr>
<th valign="BASELINE" nowrap="nowrap" align="RIGHT">Kopie
(CC): </th>
<td>Wiebke Witt <a class="moz-txt-link-rfc2396E" href="mailto:wiebke@beyond-coal.eu"><wiebke@beyond-coal.eu></a></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<br>
<br>
<div dir="ltr">
<div>Entschuldigt die vielen Mails - ich gelobe Besserung!</div>
<div><br>
</div>
<div>Hier auf jeden Fall der volle Beitrag. <br>
</div>
<div><br>
</div>
<div>
<p class="MsoNormal"
style="margin:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times New
Roman",serif"><b><span style="font-size:18pt">»Ich
brauch einen Vorwand, ich wollte den Wald räumen«
<span></span></span></b></p>
<p class="MsoNormal"
style="margin:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times New
Roman",serif"><b><span style="font-size:18pt">WDR
löschte heiklen Beitrag über Laschet <span></span></span></b></p>
<p class="MsoNormal"
style="margin:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times New
Roman",serif">Armin Laschet wettert gegen Aktivisten im
Hambacher Forst.
Ein Hörfunkbeitrag darüber steht zweieinhalb Stunden in der
ARD-Mediathek, dann
verschwindet er. Warum? <span></span></p>
<p class="MsoNormal"
style="margin:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times New
Roman",serif">Von Susanne Götze und Annika Joeres<span></span></p>
<p class="MsoNormal"
style="margin:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times New
Roman",serif">05.02.2021, 15.15 Uhr <span></span></p>
<p class="MsoNormal"
style="margin:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times New
Roman",serif"><span
style="font-size:11pt;font-family:"Calibri",sans-serif;color:black"><span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal"
style="margin:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times New
Roman",serif"><span
style="font-size:11pt;font-family:"Calibri",sans-serif;color:black"><span> </span></span></p>
<p class="MsoNormal"
style="margin:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times New
Roman",serif">Auf dem Video ist nicht viel zu sehen
außer gut polierten
Schuhen und Autoreifen. Aber es ist etwas Interessantes zu
hören, die
unverkennbare Stimme des nordrhein-westfälischen
Ministerpräsidenten Armin Laschet. Aktivisten haben ihn im
Jahr 2019 nach einer CDU-Veranstaltung in Düren
abgefangen. Es geht um den Hambacher Forst, den
Laschets Regierung 2018 räumen ließ. Der Energiekonzern RWE
wollte den Wald roden lassen,
um Braunkohle abzubauen.<span
style="font-size:11pt;font-family:"Calibri",sans-serif;color:black"><span></span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Ob er nachts noch ruhig schafen könne
mit der Entscheidung, fragt eine Frau
in dem Video. Laschet wiegelt erst ab und redet sich dann in
Rage. »Ja, ich
brauch auch einen Vorwand, sonst kann man doch nicht tätig
werden. Ich wollte
den Wald räumen, ich wollte den Wald räumen.«<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif"><strong>Die Landesregierung hatte als
offiziellen Grund für den
Polizeieinsatz </strong>Verstöße gegen
Brandschutzvorschriften angeführt. Im
Spätsommer 2019 jedoch untermauerten veröffentlichte interne
Gutachten den
Verdacht, dass dieses Argument nur vorgeschoben war. Laschet
hatte dazu
geschwiegen – bis zu jenem verheerenden Satz in dem Video.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Der heimlich aufgenommene Film wurde
WDR-Redakteur Jürgen Döschner
zugespielt, einem für seine investigativen Recherchen über
Industrie- und
Energiepolitik bekannten und mit Preisen ausgezeichneten
Journalisten. Er sah offenbar
politischen Sprengstoff in der Aufnahme und verfasste einen
Beitrag fürs Radio:
»Hambacher Forst: Räumung brauchte Vorwand«. Am 18.
September 2019 um 17 Uhr
wurde er in der ARD-Audiothek veröffentlicht.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Doch zweieinhalb Stunden später nahm
der WDR den Beitrag wieder von der
Seite – die Veröffentlichung im Radio und auf Tagesschau.de
wurde gestoppt.
Aufmerksame Hörer beschwerten sich.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Der Sender reagierte mit einer
Stellungnahme: Es sei aus »rechtlichen
Gründen« nicht möglich, den »Gesamtkontext der Situation zu
zeigen, in der die
Aussage aufgenommen wurde«. Eine angemessene Einordnung des
Zitats sei damit
schwierig. Auf Anfrage erklärt der WDR, dass die
Fachredaktion den Beitrag
gestoppt habe, weil die Verwendung der »illegalen Aufnahme
nach rechtlicher
Prüfung nicht infrage« gekommen sei. Außerdem hätte die
»einzelne Aussage des
Ministerpräsidenten« als unzulässige Verkürzung gelten
können. Ein
WDR-Justiziar hatte Döschner hingegen vor Fertigstellung des
Artikels »ein
gewisses Informationsinteresse« bescheinigt, die Äußerung
Laschets zu
publizieren. Laut einer Mail, die dem SPIEGEL vorliegt,
finden sich »nicht so
gewichtige Gesichtspunkte«, als dass ein Zitieren des
Ministerpräsidenten
»grundsätzlich unzulässig wäre«.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Mit dem Vorfall befassten sich die
Redakteurvertretung und der
Schlichtungsausschuss des WDR. Der kommt in einem internen
Bericht zu dem
Schluss: Es handele sich um einen »Programmkonflikt« über
einen Beitrag, der
»journalistisch einwandfrei war«. Das bedeutet: Der
Ausschuss hält die Absetzung
des Beitrags weder journalistisch noch juristisch für
gerechtfertigt. Döschner
wollte sich zu dem hausinternen Konflikt nicht äußern.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif"><strong>Eine Rolle bei der
Entscheidung, den Beitrag zu stoppen,</strong>
spielte offenbar WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn. In
einer »Chronologie«,
die im Sender zu dem Vorfall zirkulierte, wird die Mail
eines Kölner
Tagesschau.de-Redakteurs zitiert, in der es heißt: »Nach
Rücksprache mit
unserem Informationsdirektor Jörg Schönenborn ... bitten wir
Euch, das
Textangebot des Kollegen Döschner für Donnerstag 19.9.,
Sperrfrist 6.00 Uhr
›Räumung Hambacher Forst‹ linear und online nicht zu
veröffentlichen.«<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">War die Entscheidung also rein
redaktioneller Natur – oder war der Eingriff
politisch motiviert?<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">»Früher wäre dieser Beitrag beworben
worden – heute wird er gestoppt«, sagt
eine WDR-Redakteurin. »Die Leitung will es sich nicht mit
der Landesregierung
verscherzen – schließlich entscheiden die hinterher über die
Gebühren für die
Öffentlich-Rechtlichen mit.«<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Laschet kommt im WDR auffallend oft
gut weg. Der Landesvater darf im
»Tatort« auftreten. Interviews mit ihm geraten manchmal so
unkritisch, dass
sich der Journalist Friedrich Küppersbusch – früher selbst
beim WDR – über »sechs scharfe Fragen an Armin
Laschet« in der WDR-Talkshow »Kölner Treff« lustig gemacht
hat. Beispielsweise
über diese: »Sind Sie deshalb der beste Kanzlerkandidat
möglicherweise, weil
Sie mehr abwägen als andere?«<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Die Düsseldorfer Landesregierung
jedenfalls hat im neuen WDR-Gesetz Gutes
für die Anstalt bewirkt. Statt, wie einst beschlossen, die
Werbung im Hörfunk
auf 60 Minuten zu reduzieren, darf der Sender weiterhin 75
Minuten lang werben
– und das in zwei Programmen statt in einem.
»Landesrundfunkanstalt und
Landesregierung haben sich gut eingerichtet und arrangiert«,
sagt Volker
Lilienthal, Journalistikprofessor der Universität Hamburg.
In dieser harmonischen Beziehung würden Journalisten wie
Döschner offenbar als
»Störenfriede« wahrgenommen.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Hat die NRW-Landesregierung selbst
versucht, die Berichte zu stoppen? Die
Staatskanzlei erklärt auf SPIEGEL-Anfrage, es lägen »keine
Informationen« zu
Gesprächen zwischen Landesregierung und WDR-Intendanz am Tag
vor der geplanten
Veröffentlichung von Jürgen Döschner vor. Der Austausch mit
den Journalisten
gehöre zum Alltag.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif"><strong>Jürgen Döschner wurde
mittlerweile zum Spartenkanal Cosmo versetzt.</strong>
Früher sendete der WDR täglich ein bis zwei Beiträge von
ihm, seit dem
unerwünschten Videovorfall ist seine Stimme nur noch selten
zu hören,
Dienstreisen zu Recherchen wurden abgelehnt.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Der Schlichtungsausschuss forderte
den Sender auf, für ihn eine »angemessene
redaktionelle Anbindung« zu finden; Döschner sei mit seinen
»anerkannten
Kompetenzen im Bereich Energie und Umwelt« auch »im Newsroom
ein wertvoller
Ansprechpartner und Autor«. WDR-Intendant Tom Buhrow wollte
dazu
keine Stellung beziehen.<span></span></p>
<p
style="margin-right:0cm;margin-left:0cm;font-size:12pt;font-family:"Times
New Roman",serif">Wie Schönenborn auf den Journalismus
aus seinem Haus blickt, zeigt eine
interne »Programmpost«. Darin fordert er seine Mitarbeiter
auf, künftig eine
»Multiperspektivität« einzunehmen. Viele geäußerte Meinungen
lägen nicht
unbedingt in der Mitte der Gesellschaft, heißt es in seiner
Mail. Als Beispiel
wählt er das Kohlekraftwerk in Datteln, ein bis in die
Bundesregierung hinein
umstrittenes Riesenprojekt. »Wo ist der Kommentar, dass
besser ein modernes
Kohlekraftwerk wenig CO₂ ausstößt als viele ältere
Kraftwerke viel?«, fragt
Schönenborn. Welcher Kommentar erkenne an, dass die
Bundesregierung ihren
Klimazielen »viel näher gekommen ist als erwartet«? Sein
»Durst nach neuen,
anderen Argumenten« sei groß.<span></span></p>
</div>
<div>
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</div>
<br>
<div class="gmail_quote">
<div dir="ltr" class="gmail_attr">Am Fr., 5. Feb. 2021 um
16:18 Uhr schrieb Wiebke Witt <<a
href="mailto:wiebke@beyond-coal.eu" moz-do-not-send="true">wiebke@beyond-coal.eu</a>>:<br>
</div>
<blockquote class="gmail_quote" style="margin:0px 0px 0px
0.8ex;border-left:1px solid rgb(204,204,204);padding-left:1ex">
<div dir="ltr">
<div>Wer vorher auf Twitter schaut, wird manchmal schlauer.
<br>
</div>
<div><br>
</div>
<div>Hier ein Tweet der Autorin des Artikels dazu
<p class="MsoNormal" style="margin:0cm 0cm
8pt;line-height:107%;font-size:11pt;font-family:"Calibri",sans-serif"><a
href="https://twitter.com/AnnikaJoeres/status/1357699207390453761"
style="color:rgb(5,99,193);text-decoration:underline"
target="_blank" moz-do-not-send="true">https://twitter.com/AnnikaJoeres/status/1357699207390453761</a><span></span></p>
</div>
<div>Und ein Tweet vom CvD von SPON</div>
<div>
<p class="MsoNormal" style="margin:0cm 0cm
8pt;line-height:107%;font-size:11pt;font-family:"Calibri",sans-serif"><a
href="https://twitter.com/JoLepp/status/1357694831372472320"
style="color:rgb(5,99,193);text-decoration:underline"
target="_blank" moz-do-not-send="true">https://twitter.com/JoLepp/status/1357694831372472320</a><span></span></p>
</div>
</div>
<br>
<div class="gmail_quote">
<div dir="ltr" class="gmail_attr">Am Fr., 5. Feb. 2021 um
16:14 Uhr schrieb Wiebke Witt <<a
href="mailto:wiebke@beyond-coal.eu" target="_blank"
moz-do-not-send="true">wiebke@beyond-coal.eu</a>>:<br>
</div>
<blockquote class="gmail_quote" style="margin:0px 0px 0px
0.8ex;border-left:1px solid
rgb(204,204,204);padding-left:1ex">
<div dir="ltr">
<div>Liebe Kohlerunde,</div>
<div><br>
</div>
<div>leider hinter der Paywall aber klingt als wäre das
ein guter Anlass, um auf die wenig rumreiche
kohlepolitische Historie von Armin Laschet
hinzuweisen: <a
href="https://www.spiegel.de/wirtschaft/wdr-loescht-heiklen-beitrag-ueber-armin-laschet-ja-ich-brauch-einen-vorwand-a-00000000-0002-0001-0000-000175196819"
target="_blank" moz-do-not-send="true">https://www.spiegel.de/wirtschaft/wdr-loescht-heiklen-beitrag-ueber-armin-laschet-ja-ich-brauch-einen-vorwand-a-00000000-0002-0001-0000-000175196819</a></div>
<div><br>
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<div>Herzliche Grüße<br>
</div>
<div>Wiebke<br>
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</div>
</blockquote>
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</blockquote>
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</body>
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